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Business
12.09.2019

Europäische Modemarken vereinbaren neuen Deal in Bangladesch

Europäische Modemarken, die konfektionierte Kleidung aus Bangladesch kaufen, haben sich darauf geeinigt, die Verantwortung für Themen wie Arbeitssicherheit an eine neue Einrichtung namens Readymade Sustainability Council (RSC) zu übergeben.

Der RSC, der von der Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA) sowie von Marken und Arbeitnehmervertretern geleitet wird, wird die Vereinbarung über Brand- und Gebäudesicherheit in Bangladesch ersetzen, um die Einhaltung der Arbeitsplatzüberwachung in der Branche sicherzustellen. Das Abkommen wurde von europäischen Marken ins Leben gerufen, um die Sicherheit der Fabriken in Bangladesch zu verbessern, nachdem 2013 ein Fabrikkomplex für Kleidungsstücke zusammengebrochen war und mehr als 1.100 Menschen starben.
Der Fünfjahresvertrag sollte ursprünglich im Mai 2018 auslaufen, es wurde jedoch eine längere Übergangsfrist vereinbart. Versuche der Mitglieder der Vereinbarung, ihre Betriebsbefugnisse zu erweitern, wurden vor Gericht von Fabrikbesitzern angefochten, und die Regierung gründete ein eigenes Organ, das ihre Arbeit übernahm. «Wir konnten nach zweitägigen ausführlichen Gesprächen unter uns, an denen fast alle Vertreter der Modemarke teilnahmen, eine Einigung erzielen», freut sich Rubana Huq, Präsidentin von BGMEA. Der RSC sei eine beispiellose nationale Initiative, die Industrie, Marken und Gewerkschaften vereint, um eine nachhaltige Lösung für die Umsetzung der bedeutenden Errungenschaften im Bereich der Arbeitssicherheit in Bangladesch zu gewährleisten. «Das RSC wird auch Arbeitsbeziehungen, Kompetenzentwicklung und Umweltstandards umfassen», fügt sie hinzu.
Niedrige Löhne hatten es Bangladesch ermöglicht, mit rund 4.000 Fabriken und etwa 4 Millionen Beschäftigten die zweitgrösste Bekleidungsindustrie der Welt nach China aufzubauen. Konfektionierte Bekleidung ist eine tragende Säule der Wirtschaft und trug im letzten Geschäftsjahr fast 16% zum Bruttoinlandsprodukt und rund 34 Milliarden Dollar an Exporten bei. Bangladesch ist einer der weltweit grössten Exporteure von Bekleidung, die von westlichen Unternehmen wie H&M, Adidas und Walmart verkauft wird. Die Branche wurde von Bränden und Explosionen heimgesucht, die in den letzten Jahren Hunderte von Menschenleben gefordert haben.
Die Vereinbarung, die von Marken wie H&M und Benetton unterzeichnet wurde, wurde für die Verbesserung der Werkssicherheit in Bangladesch durch Inspektionen und Finanzierung anerkannt.