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Messen
17.07.2019

Berlin – wo geht die Reise hin?

Die Berliner Messen sorgten für Diskussionsstoff. Wir waren da und haben uns ein Bild ­gemacht.

Der fehlende Andrang des ersten Messetages an der ­Premium scheint ein Abbild des Messestandorts Berlin zu sein, wo trotz Neuausrichtung der Messen, interessanten Vorträgen, Unterstützung des Handels, neuer Hallenaufteilung und viel Herzblut der Organisatoren irgendwie seit einigen Jahren der Wurm drin ist. Die Abwanderung diverser Marken von der Panorama auf die Premium, der Frequenzrückgang im Allgemeinen und die Unzufriedenheit bei Ausstellern sind die Hauptthemen, über die bei dieser Ausgabe gesprochen wurde. Weiter fällt auf, dass die internationale Strahlkraft des Messestandorts Berlin immer mehr schwächelt, hörte man vor einigen Jahren immer wieder Holländisch oder Italienisch, ist es heute durchs Band Deutsch. 

Die Stimmen auf der Panorama waren dieses Mal sehr gemischt. Grösster Kritikpunkt war die fehlende Frequenz sowie die Last-Minute-Vermietung diverser Flächen zu geringen Preisen, die treuen Ausstellern verständlicherweise sauer aufstiess. Aber auch die Abwanderung diverser Marken, speziell aus der DOB, die ein Loch in der Messe hinterlassen haben, gab zu reden, sowohl was die Markendiversität wie auch die Besucherdichte angeht. Abseits der grossen DOB- und HAKA-Hallen sieht es düster aus, denn da tut sich nicht mehr viel. Positiv hingegen waren die Feedbacks von den grossen Menswear-Anbietern wie Olymp, Carl Gross und Co., die sich nicht über mangelnde Besucher beklagen konnten. Auf der Premium klang es positiver. Viele der abgewanderten Panorama-Marken fühlen sich auf der Premium gut aufgehoben. Aufgefallen sind Neuling National Geographic und Strellson, die neben Joop erstmals mit der gesamten Kollektion in Berlin waren.

Die treibenden Kräfte in Berlin waren Nachhaltigkeit und Digitalisierung.So konnte das zum zweiten Mal stattfindende nachhaltige Messeformat Neonyt ein Besucherplus vermelden und: die grossen Häuser seien ebenfalls auf der Suche nach ecofairer Mode gewesen. Auch auf der Xoom, der nachhaltigen Plattform der Panorama, war man zufrieden, wenn es auch ruhiger war als auf der Neonyt. Gut besucht war zudem die Fashiontech, die Konferenz für die Zukunft der Mode, die sich das Thema Innovation und Digitalisierung auf die Fahne geschrieben hat.

Nach der diesjährigen Sommerausgabe der Berliner Messen lässt sich sagen, dass die deutsche Hauptstadt in ihrer Relevanz als Messestandort immer wieder und immer mehr hinterfragt wird. Zudem wird der Wunsch nach einem einzigen gebündelten Standort in Berlin immer lauter, denn der Aufwand, von Messe zu Messe zu kommen, kostet viel Aufwand.

Lesen Sie den gesamten Artikel in der nächsten textilrevue, Ausgabe 08/19, die am 19. Juli 2019 erscheint.